Bevor es in den Verkehr geht, fährst du allein – ohne Fahrlehrer neben dir – ein paar Übungen im abgesperrten Bereich. Der Prüfer schaut von außen zu. Das Prüfungshandbuch kennt sieben solcher Übungen; in Wien werden diese drei geprüft: Umkehren, Parklücke und Garage. Für jede hast du bis zu drei Versuche.
Bei allen dreien gilt dasselbe: vor jedem Zug schauen, blinken, Schritttempo. Die Stangen dürfen nicht berührt werden – ein Zug zu viel kostet nur einen Versuch, eine Stange den ganzen.
Übung 1
Umkehren · auch „3-Punkt-Wende“
Tempo: Schritttempo
Worum es geht
Auf einer engen Fahrbahn die Richtung wechseln: links blinken, mit Volleinschlag vorwärts so quer wie möglich an den linken Rand, Volleinschlag rechts und zurück, Volleinschlag links und vorwärts – in Gegenrichtung weiter. Im Idealfall drei Züge.
Worauf der Prüfer schaut
Ob du vor jedem Zug schaust und blinkst, ob du rechtzeitig voll ein- und umlenkst, und ob die Ränder unberührt bleiben.
Maße und Vorgaben
·Fahrbahn 8 m breit, Stangen an beiden Rändern
·höchstens zweimal rückwärts
Was erlaubt ist
Höchstens zwei Rückwärtsfahrten – also bis zu fünf Züge. Die Ränder dürfen weder berührt noch überfahren werden.
Übung 2
Parklücke · auch „Parallelparken rechts“
Tempo: Schritttempo
Worum es geht
Rechts blinken, an der Lücke vorbeifahren, rückwärts in einem Zug hinein: erst Einschlag rechts, dann Gegeneinschlag, bis das Auto parallel und knapp am Rand steht.
Worauf der Prüfer schaut
Sicherungsblicke und Blinker, das Auto innerhalb der Stangen und parallel, und wie viele Züge du brauchst.
Maße und Vorgaben
·Lücke 8 m lang, 2,5 m breit
·seitlicher Abstand zum Rand höchstens 40 cm
·vier Stangen markieren die Lücke
Was erlaubt ist
Möglichst in einem Zug. Zwei Korrekturzüge sind erlaubt, jeder weitere zählt als neuer Versuch. Die Stangen vorn und hinten dürfen nicht berührt werden.
Übung 3
Garage · auch „Querparken rückwärts“
Tempo: Schritttempo
Worum es geht
Rechts blinken, an der Garage vorbei, in einem 90-Grad-Bogen rückwärts hinein bis knapp an die Rückwand – und in einem 90-Grad-Bogen vorwärts wieder heraus.
Worauf der Prüfer schaut
Ob du parallel zu den Wänden stehst, nahe an der Rückwand, ohne etwas zu berühren – und ob du schaust und blinkst.
Maße und Vorgaben
·8 m lang (Mindestmaß 6 m)
·2,5 m breit – zweieinhalb Schritte
·Stangen und Bänder als Wände
Was erlaubt ist
Zwei Korrekturzüge sind erlaubt, jeder weitere zählt als neuer Versuch. Wände und Stangen dürfen nicht berührt werden, nichts darf darüber hinausragen.
Die übrigen vier Übungen aus dem Handbuch – Verzögerung, Halt, Slalom und Tor – kommen in Wien nicht dran. Falls du außerhalb von Wien zur Prüfung gehst, frag deinen Fahrlehrer, was dort geprüft wird.
Bei jedem Zug dabei
Der 3S-Blick
Die Spiegel zeigen, was hinter dir ist. Der tote Winkel schräg neben dir bleibt darin unsichtbar – den siehst du nur mit dem Schulterblick: Kopf 90 Grad zur Seite, nicht nach hinten, denn hinten haben die Spiegel schon erledigt. Deshalb kommt der Schulterblick immer als Letztes, direkt bevor du die Richtung änderst.
Umkehren, Parklücke und Garage fährst du in der Ausbildung so oft, bis du weißt, wann du einschlägst und wohin du schaust. Ob Klasse B, B-Dual oder L17 – die Übungen sind dieselben.
Maße und Vorgaben: Handbuch für die praktische Fahrprüfung, Ausgabe 2023, Zusatz B – Fahrprüfungshandbuch 2023, Zusatz B. Die Erklärungen dazu kommen von unseren Fahrlehrern. Was der Prüfer im Einzelfall entscheidet, liegt bei ihm.