Praktische Prüfung · vor der Fahrt

Die Technikfragen

Bevor du losfährst, will der Prüfer wissen, ob du dein Auto kennst: Wo liest man den Reifendruck ab, was heißt die rote Leuchte, wann muss das Pickerl erneuert werden. Hier sind 33 Fragen, die regelmäßig kommen – mit den Antworten und mit dem, was du am Autozeigst. Denn das ist der Punkt: zeigen, nicht referieren.

Wann

Vor der Fahrt, am Prüfungsauto – noch bevor du losfährst.

Wie viel

Der Prüfer wählt drei Themengebiete und lässt sich aus jedem mindestens eine Sache zeigen oder erklären. In der Praxis sind das zwei bis drei Fragen, ein paar Minuten.

Was zählt

Weniger erklären, mehr zeigen. Du sollst am Auto vorführen, dass du weißt, wo etwas ist und wie man es prüft – kein Vortrag.

Wenn du's nicht weißt

Wer etwas nicht weiß, bekommt eine andere Aufgabe aus demselben Gebiet. Die Technikfragen sind keine zweite Theorieprüfung, und an ihnen allein scheitert niemand – sie zählen aber in die Gesamtbeurteilung.

Reifen und Räder4 Fragen

Wie viel Profil muss ein Reifen mindestens haben?

Sommerreifen 1,6 mm. Winterreifen 4 mm bei Radialreifen (5 mm bei Diagonalreifen) – darunter gelten sie rechtlich nicht mehr als Winterreifen.

Zeigen: Die Verschleißanzeiger im Profil (kleine Stege in den Rillen, am Reifenrand mit „TWI“ markiert): Ist das Profil auf ihrer Höhe, ist der Reifen unten.

Wann brauche ich Winterreifen?

Vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen – Schnee, Matsch, Eis. Das ist die „situative Winterreifenpflicht“: nicht der Kalender allein entscheidet, sondern die Fahrbahn.

Woher weiß ich den richtigen Reifendruck, und wie prüfe ich ihn?

Aus der Betriebsanleitung oder vom Aufkleber im Tankdeckel bzw. am Türholm – oft mit zwei Werten, für leeres und beladenes Auto. Geprüft wird an der Tankstelle am kalten Reifen. Ein Blick auf den Reifen reicht nicht, ein halbes Bar zu wenig sieht man nicht.

Zeigen: Den Aufkleber mit den Druckwerten finden.

Worauf schaue ich sonst noch beim Reifen?

Gleichmäßige Abnützung (einseitig heißt Spur oder Druck stimmen nicht), Risse und Beulen in der Flanke, Fremdkörper im Profil. Und ob die Räder fest sind – die Radschrauben.

Beleuchtung3 Fragen

Zeig mir die Beleuchtung.

Begrenzungslicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Warnblinkanlage, Bremslicht, Rückfahrlicht, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung. Fernlicht blendet und darf nur ohne Gegenverkehr und ohne Vorausfahrende leuchten; die Nebelschlussleuchte nur bei Sichtbehinderung durch Nebel, Schneefall oder Regen.

Zeigen: Am Lichtschalter durchschalten und sagen, was gerade leuchtet. Bremslicht kontrollierst du allein am Widerschein an einer Wand oder mit einer zweiten Person.

Wozu die Leuchtweitenregulierung?

Beladen hängt das Heck, die Scheinwerfer zeigen nach oben und blenden. Mit dem Rädchen stellst du sie wieder nach unten. Leer steht es auf 0.

Welche Kontrollleuchte gehört zu welchem Licht?

Grün: Abblendlicht und Blinker. Blau: Fernlicht. Gelb: Nebelschlussleuchte. Blau ist die, die man leicht übersieht – deshalb die Frage.

Kontrollleuchten und Innenkontrollen4 Fragen

Was bedeuten die Farben der Kontrollleuchten?

Rot: Gefahr, sofort anhalten und nachsehen – Öldruck, Kühlmitteltemperatur, Bremsanlage, Ladekontrolle. Gelb oder Orange: Warnung, weiterfahren geht, aber bald in die Werkstatt – Motorkontrolle, ABS, ESP, Reifendruck. Grün und Blau: Information, alles in Ordnung – Licht, Blinker.

Die Öldruckleuchte leuchtet während der Fahrt. Was tust du?

Sofort anhalten und den Motor abstellen. Ohne Öldruck läuft der Motor trocken und ist in Minuten kaputt. Ölstand prüfen, im Zweifel nicht weiterfahren.

Und die Ladekontrollleuchte (Batteriesymbol)?

Die Batterie wird nicht mehr geladen – meist Lichtmaschine oder Riemen. Das Auto fährt noch, so lange die Batterie reicht. Unnötige Verbraucher aus, direkt in die Werkstatt.

Was stellst du ein, bevor du losfährst?

Sitz: Kupplung ganz durchtreten können, Knie leicht gebeugt. Lehne: Handgelenk liegt bei gestrecktem Arm auf dem Lenkradkranz. Kopfstütze: Oberkante auf Höhe deines Kopfscheitels. Spiegel: innen die ganze Heckscheibe, außen ein Stück vom eigenen Auto am Rand. Dann Gurt.

Zeigen: Die Reihenfolge am Auto durchgehen – Sitz, Lehne, Kopfstütze, Spiegel, Gurt.

Flüssigkeitsstände4 Fragen

Wie prüfst du den Ölstand?

Auto eben abstellen, Motor aus, ein paar Minuten warten. Messstab ziehen, abwischen, einstecken, ziehen: Der Stand muss zwischen MIN und MAX liegen. Manche Autos haben statt Messstab eine Anzeige im Bordcomputer.

Zeigen: Messstab oder Anzeige finden und ablesen.

Kühlflüssigkeit?

Am Ausgleichsbehälter im Motorraum zwischen MIN und MAX ablesen. Nur bei kaltem Motor öffnen – heiß steht das System unter Druck. Vor dem Winter Frostschutz prüfen.

Bremsflüssigkeit?

Am Behälter zwischen MIN und MAX. Sinkt der Stand, sind entweder die Beläge abgefahren oder es gibt ein Leck – beides gehört in die Werkstatt, nicht nachgefüllt.

Scheibenwaschwasser?

Behälter mit dem Scheiben-Symbol. Im Winter mit Frostschutz, sonst friert die Düse ein und du siehst nichts.

Bremsanlage4 Fragen

Wie prüfst du die Bremsen vor der Fahrt?

Rollbremsprobe: gleich nach dem Anfahren bei wenigen km/h einmal bremsen – greift sie, zieht sie gerade? Vorher im Stand das Pedal treten: Es muss fest sein und darf nicht bis zum Boden durchgehen.

Zeigen: Pedal treten und den Leerweg zeigen.

Wie prüfst du den Bremskraftverstärker?

Bei stehendem Motor mehrmals bremsen, bis das Pedal hart ist. Pedal gedrückt halten, Motor starten: Gibt das Pedal spürbar nach, arbeitet der Verstärker.

Feststellbremse?

Anziehen – das Auto muss auch am Gefälle stehen bleiben. Beim Handhebel zeigt ein zu weiter Weg (viele Klicks) Verschleiß. Beim Anfahren wieder ganz lösen, sonst leuchtet die rote Bremsleuchte.

Was macht ABS?

Es verhindert, dass die Räder beim Vollbremsen blockieren. Du bleibst lenkfähig. Bremse dabei voll durchtreten und halten – das Rattern im Pedal ist normal.

Lenkung und Fahrwerk2 Fragen

Wie prüfst du die Lenkung?

Lenkrad bei stehendem Auto leicht hin- und herbewegen: Nur wenig Spiel, bevor die Räder mitgehen. Die Servolenkung arbeitet nur bei laufendem Motor – steht er, wird das Lenkrad schwer.

Was ändert sich, wenn das Auto voll beladen ist?

Längerer Bremsweg, träger in Kurven, Scheinwerfer zeigen nach oben. Deshalb: Reifendruck auf den Wert für Beladung, Leuchtweite nachstellen, Ladung sichern und schwere Sachen nach unten und zur Mitte.

Sicht1 Frage

Was gehört zu ausreichender Sicht?

Scheiben sauber, im Winter komplett eisfrei – ein Guckloch reicht nicht. Wischer und Waschanlage funktionieren, Wischerblätter ohne Schlieren. Spiegel eingestellt. Nichts auf dem Armaturenbrett, das spiegelt oder verdeckt.

Zeigen: Wischer und Waschanlage kurz betätigen.

Sicherheitseinrichtungen4 Fragen

Was muss im Auto immer mit?

Pannendreieck, Verbandszeug (staubdicht verpackt und vollständig) und eine Warnweste für den Lenker. Dazu Führerschein und Zulassungsbescheinigung.

Zeigen: Wo die Sachen im Prüfungsauto liegen.

Wann trägst du die Warnweste?

Immer, wenn du bei einer Panne oder einem Unfall auf der Freilandstraße oder Autobahn aussteigst. Sie liegt deshalb griffbereit im Innenraum, nicht im Kofferraum.

Ab wann darf ein Kind ohne Kindersitz mitfahren?

Kinder unter 14 Jahren, die kleiner als 1,35 m sind, brauchen einen passenden Kindersitz oder eine Sitzerhöhung. Rückwärts gerichtete Sitze nie auf einen Platz mit aktivem Airbag.

Wie stellst du die Kopfstütze ein, und warum?

Oberkante auf Höhe des Kopfscheitels, so nah am Kopf wie möglich. Beim Auffahrunfall fängt sie den Kopf, bevor er nach hinten schnellt – zu tief eingestellt wird sie zum Hebel für den Nacken.

Außenkontrollen und Pickerl2 Fragen

Was schaust du dir beim Rundgang um das Auto an?

Reifen und Räder, Beleuchtung und Blinker, Scheiben und Spiegel, Kennzeichen samt Pickerl, und ob unter dem Auto etwas tropft.

Wann muss ein PKW zur § 57a-Begutachtung („Pickerl“)?

Derzeit gilt „3-2-1“: erstmals drei Jahre nach der Erstzulassung, dann nach zwei Jahren, dann jedes Jahr. Fällig ist der gelochte Monat auf der Plakette; erlaubt ist ein Monat davor bis vier Monate danach. Ab 19. Mai 2027 wird daraus „4-2-2-2-1“, und die Begutachtung darf bis zu vier Monate vor der Lochung gemacht werden – ein Überziehen danach gibt es dann nicht mehr.

Zeigen: Auf der Plakette an der Windschutzscheibe Monat und Jahr ablesen.

Antrieb und Batterie3 Fragen

Welchen Kraftstoff tankt dieses Auto?

Steht innen am Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung. Falsch getankt: nicht starten, abschleppen lassen – schon das Anlassen verteilt den falschen Sprit im System.

Was ist beim Elektroauto anders?

Kein Motoröl, keine Kupplung, kein Auspuff – dafür Ladestand und Reichweite statt Tankanzeige, das Ladekabel gehört ins Auto, und beim Gaswegnehmen bremst das Auto von selbst (Rekuperation). Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit, Scheibenwaschwasser und die 12-Volt-Batterie gibt es trotzdem.

Worauf achtest du bei der Batterie?

Pole fest und sauber, Batterie fest verschraubt. Leuchtet die Ladekontrolle, stimmt etwas mit dem Laden nicht. Bei Starthilfe: rot an Plus, schwarz an Minus, Spenderfahrzeug zuerst.

Assistenzsysteme, Signal- und Warneinrichtungen2 Fragen

Welche Assistenzsysteme hat das Auto, und was machen sie?

ABS hält die Räder beim Bremsen lenkbar, ESP fängt das Auto beim Schleudern, der Notbremsassistent bremst, wenn du es nicht tust. Wichtig zu wissen: Sie helfen, sie ersetzen dich nicht – und ihre gelbe Kontrollleuchte muss nach dem Start ausgehen.

Wann schaltest du die Warnblinkanlage ein?

Bei einer Panne, an einem Stauende auf der Autobahn, um Nachfolgende zu warnen, und beim Abschleppen. Nicht zum Kurzparken.

Zeigen: Den Schalter finden – meist rot mit Dreieck, in der Mitte der Konsole.

Die Themengebiete heißen im Prüfprotokoll: Antrieb, Assistenzsysteme, Ausreichende Sicht, Außenkontrollen, Batterie, Beleuchtung, Bremsanlage, Fahrwerk, Flüssigkeitsstände, Innenkontrollen, Lenkung, Reifen/Räder, Sicherheitseinrichtungen, Signal- und Warneinrichtungen. Der Prüfer sucht sich drei davon aus.

Am Prüfungsauto durchgehen – vor der Prüfung

Lesen ist das eine. Bei uns gehst du die Liste am Auto durch, in dem du auch die Prüfung fährst – dann weißt du, wo bei genau diesem Auto der Messstab steckt und welcher Schalter was macht.

Gesetzliche Angaben geprüft am 6. September 2026. Quellen:Fahrprüfungshandbuch 2023, Grundsätzliches für alle Klassen · Prüferhandbuch Klasse B, Anhang „Überprüfung am Fahrzeug“ · BMIMI – Winterreifen und Schneeketten · ÖAMTC – Pickerl-Intervalle nach § 57a

Es gibt keinen amtlichen Fragenkatalog. Was der einzelne Prüfer fragt, liegt bei ihm – diese Liste deckt ab, was regelmäßig kommt.

Kurz fragen